Grippe-Impfquote auf 17-Jahres-Tief: RKI meldet nur 34 Prozent bei über 60-Jährigen

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Die Influenza-Impfquote älterer Menschen in Deutschland ist in der vergangenen Saison auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Berichterstattung gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren in der Saison 2024/2025 nur noch 34,5 Prozent der Personen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Damit bleibt Deutschland weit hinter der von WHO und EU angestrebten Zielimpfquote von 75 Prozent zurück.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Gesundheitsberichterstattungs-Portal GBE mitteilt, sank die Impfquote bei den über 60-Jährigen gegenüber der Vorsaison um vier Prozentpunkte. Es ist der niedrigste Wert seit der Saison 2008/2009, als die systematische Erfassung begann. In der aktuellen Saison 2025/2026 zeigen erste Auswertungen aus dem Epidemiologischen Bulletin des RKI (Ausgabe 40/2026) keine Trendwende: Die empfohlenen Impfungen für Erwachsene würden insgesamt zu selten genutzt, heißt es dort.

Deutliche regionale und altersbezogene Unterschiede

Die Impfquoten variieren laut RKI erheblich zwischen den Bundesländern und Altersgruppen. Während in der Saison 2024/2025 bundesweit 34,5 Prozent der Personen ab 60 Jahren geimpft waren (Frauen: 34,8 Prozent; Männer: 34,0 Prozent), lagen die Werte bei den über 80-Jährigen mit 46,6 Prozent deutlich höher als bei den 60- bis 69-Jährigen mit 25,3 Prozent. Regional reichte die Spanne von 51,5 Prozent in Sachsen-Anhalt bis zu 20,4 Prozent in Baden-Württemberg. In keinem Bundesland und in keiner Altersgruppe wurde die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union vorgegebene Zielimpfquote von 75 Prozent für Risikogruppen erreicht.

Auch bei Erwachsenen mit Grunderkrankungen, für die die Ständige Impfkommission (STIKO) die Grippeimpfung als Indikationsimpfung empfiehlt, ist die Inanspruchnahme rückläufig. Nach Angaben des RKI lag die Impfquote in dieser Gruppe in der Saison 2024/2025 bei 28 Prozent – ebenfalls der niedrigste Stand seit 17 Jahren. Bei Schwangeren waren es 23 Prozent.

Warum die Impfung gerade für Ältere bedeutsam ist

Die saisonale Influenza kann insbesondere bei älteren Menschen mit schweren Krankheitsverläufen einhergehen, etwa mit bakteriellen Lungenentzündungen als Folgeerkrankung, wie das RKI ausführt. Um solche Risiken zu verringern, empfiehlt die STIKO allen Personen ab 60 Jahren eine jährliche Impfung im Herbst. Für diese Altersgruppe empfiehlt die Kommission die Verwendung eines Hochdosis- oder MF-59-adjuvantierten Impfstoffs, der auf das stärkere Immunsystemalter zugeschnitten ist. Grundsätzlich soll dabei ein Impfstoff mit der jeweils aktuellen, von der WHO empfohlenen Antigenkombination eingesetzt werden.

Nach Schätzungen des RKI werden in Deutschland pro Jahr etwa 400.000 Erkrankungen mit Influenza bei Personen ab 60 Jahren durch die Impfung verhindert. Auch wenn die Wirksamkeit der saisonalen Impfung je nach Saison schwankt – in der Wintersaison 2025/26 lag die Impfeffektivität gegen eine Influenza mit Arztbesuch laut RKI bei etwa 20 Prozent, gegen schwere Verläufe bei rund 30 Prozent –, trage sie dazu bei, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen, so das Institut.

Die Bedeutung zeigt auch ein Blick auf die vergangene Saison: Auf Basis der GrippeWeb-Plus-Daten des RKI wurden während der Grippewelle 2025/26 rund zwölf Millionen Influenza-bedingte akute Atemwegserkrankungen in Deutschland geschätzt – etwa 14 Prozent der Bevölkerung.

Rückläufige Inanspruchnahme trotz klarer Empfehlungen

Der langfristige Trend ist laut RKI rückläufig: In den Saisons 2008/2009 und 2009/2010 war noch die Hälfte aller Personen ab 60 Jahren gegen Influenza geimpft. Seitdem sank die Quote nahezu kontinuierlich – nur unterbrochen von einem vorübergehenden Anstieg während der COVID-19-Pandemie in der Saison 2020/2021. Das RKI weist in seinen FAQ zur Influenza-Impfung darauf hin, dass die Impfquoten bei den empfohlenen Zielgruppen insgesamt zu niedrig seien.

Als optimalen Zeitpunkt für die Impfung nennt das RKI den Herbst, üblicherweise Oktober bis November – also noch vor dem üblichen Beginn der Grippewelle, die in der vergangenen Saison bereits Ende November einsetzte. Wer zur Risikogruppe gehört und sich noch nicht impfen lassen hat, kann die Impfung nach Angaben des RKI auch während der Saison noch nachholen; die Entscheidung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im Einzelfall.

Die detaillierten Impfquoten auf Kreisebene stellt das RKI über das interaktive Dashboard VacMap bereit. Ergänzend werden die Daten im Rahmen der KV-Impfsurveillance aus Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen ermittelt, die knapp 85 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten abbilden.

Quellen

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