FSME-Risikogebiete 2026: RKI meldet zwei neue Kreise – Landkreis Nordsachsen und Stadtkreis Halle

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Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Karte der FSME-Risikogebiete für das Jahr 2026 aktualisiert. Neu hinzugekommen sind der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Damit steigt die Zahl der als Risikogebiet ausgewiesenen Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland weiter an. Die Neuausweisung wurde im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 veröffentlicht, wie unter anderem das Deutsche Grüne Kreuz unter Berufung auf das RKI berichtet.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich durch den Stich infizierter Zecken – in Deutschland vor allem des Gemeinen Holzbocks – übertragen wird. Nach Angaben des RKI verläuft ein Teil der Infektionen ohne oder mit nur leichten, grippeähnlichen Symptomen. Bei einem weiteren Teil der Erkrankten kann es nach einer beschwerdefreien Phase zu einer zweiten Krankheitsphase mit Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen. Eine spezifische antivirale Therapie gegen das FSME-Virus existiert nach Darstellung des Instituts nicht; die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Deshalb stuft das RKI die Prävention – durch Impfung und die Vermeidung von Zeckenstichen – als zentral ein.

Zwei neue Risikogebiete – Schwerpunkt bleibt der Süden

Als FSME-Risikogebiete weist das RKI Landkreise und kreisfreie Städte aus, in denen sich nach den Meldedaten Menschen gehäuft mit FSME infiziert haben. Grundlage der Einstufung sind die Erkrankungen, die den Gesundheitsämtern gemeldet und an das RKI übermittelt werden; FSME ist in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Risikogebiete konzentrieren sich weiterhin auf Bayern und Baden-Württemberg; hinzu kommen Regionen in Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Mit dem Landkreis Nordsachsen und dem Stadtkreis Halle (Saale) wächst die Liste 2026 um zwei Einträge in Mitteldeutschland.

Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ausweisung eine dokumentierte Häufung abbildet und keine absolute Grenze: Auch außerhalb der definierten Risikogebiete seien einzelne FSME-Infektionen möglich, etwa weil Zeckenpopulationen über die Kreisgrenzen hinaus vorkommen oder Infektionsorte nicht immer eindeutig zugeordnet werden können. Umgekehrt bedeutet die Einstufung als Risikogebiet nicht, dass jeder Aufenthalt dort zwangsläufig zu einer Infektion führt – sie legt fest, wo die Ständige Impfkommission eine Impfung für regelmäßig Exponierte empfiehlt.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt eine schrittweise Ausdehnung der ausgewiesenen Gebiete: Nach den RKI-Veröffentlichungen stieg die Zahl der Kreise über die Jahre kontinuierlich, zuletzt unter anderem 2023 um drei Kreise auf 178. Die jeweils aktuelle Karte und Kreisliste veröffentlicht das RKI im Epidemiologischen Bulletin; das Deutsche Grüne Kreuz stellt die Liste der betroffenen Landkreise und Städte auf seiner Website ebenfalls dar.

STIKO empfiehlt Impfung für Personen in Risikogebieten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt die FSME-Impfung als Indikationsimpfung für alle Personen, die in einem Risikogebiet leben oder arbeiten. Zur Empfehlungsgruppe gehören ebenso Reisende, die sich in Risikogebieten – im Inland wie in den Endemiegebieten anderer europäischer Länder – voraussichtlich in der Natur aufhalten werden, etwa beim Wandern, Zelten oder bei der Gartenarbeit. Grundlage ist der jeweils aktuelle Impfkalender der STIKO, der im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht wird.

In Deutschland kommt nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes der zentraleuropäische Subtyp des FSME-Virus vor; daneben existieren ein fernöstlicher und ein sibirischer Subtyp, die in anderen Regionen vorkommen. Nach Darstellung des DGK, das sich auf die Empfehlungen der STIKO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) beruft, kann davon ausgegangen werden, dass die in Deutschland übliche Impfung vor allen drei Subtypen schützt. Über die Impfentscheidung im Einzelfall – etwa bei Vorerkrankungen oder im Kindesalter – beraten nach Auskunft der STIKO Ärztinnen und Ärzte.

Zeckenstiche vermeiden: Was das RKI allgemein rät

Neben der Impfung nennt das RKI allgemeine Maßnahmen zur Verringerung des Stichrisikos: In Zeckenhabitaten – vor allem Wäldern, Waldrändern, Wiesen und hohen Gräsern – empfiehlt das Institut langärmelige, helle Kleidung, auf der Zecken leichter zu erkennen sind, sowie das Stecken der Hosenbeine in die Socken. Repellents können nach RKI-Angaben das Stichrisiko für einen begrenzten Zeitraum verringern. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der Körper sorgfältig abgesucht werden, bei Kindern einschließlich der Kopfhaut.

Wird eine Zecke gefunden, sollte sie nach RKI-Angaben möglichst rasch entfernt werden – das senkt insbesondere das Risiko einer Borreliose, da die Borrelien erst mit zeitlicher Verzögerung übertragen werden. Beim FSME-Virus genügt die schnelle Entfernung dagegen nicht zuverlässig als Schutz, da das Virus bereits unmittelbar beim Stich übertragen werden kann, wie das RKI erläutert. Wer nach einem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden, Fieber oder neurologische Symptome bemerkt, sollte sich nach Auskunft des Instituts ärztlich vorstellen und den Zeckenstich ausdrücklich erwähnen.

Für die öffentliche Gesundheit bleibt die Karte der Risikogebiete das zentrale Orientierungsinstrument: Sie entscheidet darüber, für wen die STIKO-Impfempfehlung gilt, und wird jährlich an die aktuellen Meldedaten angepasst. Mit den beiden neuen Kreisen 2026 verschiebt sich die Empfehlungslage für die Bevölkerung in Nordsachsen und Halle (Saale) erstmals in Richtung einer offiziell empfohlenen Indikationsimpfung.

Quellen

  • Robert Koch-Institut: FSME – Risikogebiete in Deutschland, Epidemiologisches Bulletin 9/2026 (rki.de)
  • Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI: Empfehlungen der STIKO / aktueller Impfkalender, veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin (rki.de)
  • Deutsches Grünes Kreuz e.V.: FSME – Risikogebiete Deutschland/Europa, aktualisiert am 04.03.2026 (dgk.de)

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