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Todesursachen 2025: Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben auf Platz eins – deutliche Rückgänge bei Herzinfarkt
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch im Jahr 2025 die häufigste Todesursache in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 9. Oktober 2026 mitteilte, starben im vergangenen Jahr 334.100 Menschen an Erkrankungen des Kreislaufsystems. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit entfiel erneut rund jeder dritte Sterbefall auf diese Diagnosegruppe.
Die Gesamtzahl der Sterbefälle in Deutschland lag nach Angaben von Destatis zuletzt bei rund einer Million pro Jahr. Krankheiten des Kreislaufsystems und bösartige Neubildungen machten nach den Ergebnissen der Todesursachenstatistik gemeinsam mehr als die Hälfte aller Sterbefälle aus. Zu den Kreislauferkrankungen zählen unter anderem der akute Herzinfarkt, die chronische ischämische Herzkrankheit, Herzinsuffizienz sowie zerebrovaskuläre Erkrankungen wie der Schlaganfall.
Deutliche Rückgänge bei Herzinfarkt und Schlaganfall
Bemerkenswert ist der längerfristige Trend: Gegenüber dem Jahr 2022 ging die Zahl der Verstorbenen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 6,7 Prozent zurück – stärker als die Zahl der Sterbefälle insgesamt, die im selben Zeitraum um 5,6 Prozent sank. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Herzinfarkten aus: Hier registrierte das Statistische Bundesamt einen Rückgang um 15,2 Prozent gegenüber 2022. Bei den zerebrovaskulären Krankheiten – zu ihnen gehören Schlaganfälle, Hirnblutungen und Hirninfarkte – betrug das Minus 6,3 Prozent.
Die Todesursachenstatistik basiert auf den amtlichen Todesbescheinigungen. Die Gesundheitsämter übermitteln die vorgesehenen Teile an die Statistischen Landesämter, die daraus nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das sogenannte Grundleiden ermitteln. Es handelt sich um eine Vollerhebung, nicht um eine Stichprobe.
Demenz als Todesursache nimmt weiter zu
Gegenläufig entwickelt sich eine andere Diagnosegruppe: Die Zahl der an Demenz verstorbenen Menschen steigt seit Jahren. Für das Jahr 2024 hatte Destatis 61.927 Sterbefälle durch Demenzerkrankungen gemeldet – 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr und 23,2 Prozent mehr als im Zehnjahresdurchschnitt der Jahre 2015 bis 2024. Demenz ist damit bei Frauen inzwischen die häufigste einzelne Todesursache; rund 89 Prozent der an Demenz Verstorbenen waren 80 Jahre oder älter.
Fachleute führen den Anstieg vor allem auf die demografische Entwicklung zurück: Da immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, steigt die Zahl der Erkrankungen, die typischerweise im hohen Lebensalter auftreten. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist in seinen Gesundheitsberichten regelmäßig darauf hin, dass die alternde Bevölkerung die Versorgungsstrukturen vor wachsende Anforderungen stellt – etwa in der Pflege, in der Geriatrie und in der hausärztlichen Versorgung.
Prävention gewinnt an Bedeutung
Der rückläufige Trend bei Herzinfarkt und Schlaganfall wird von Fachgesellschaften auch mit verbesserter Prävention und Versorgung in Verbindung gebracht. Das RKI nennt als zentrale beeinflussbare Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter anderem Bluthochdruck, Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass ein erheblicher Teil der vorzeitigen kardiovaskulären Todesfälle durch die Reduzierung dieser Risikofaktoren vermeidbar ist.
Für die Gesundheitspolitik liefern die Daten der Todesursachenstatistik eine zentrale Entscheidungsgrundlage. Destatis beschreibt die Statistik als elementare Basis für die Ermittlung von Gesundheitsindikatoren wie Sterbeziffern und vermeidbare Sterbefälle; aus den Ergebnissen würden Handlungsempfehlungen und Strategien für die epidemiologische Forschung, die Prävention und die Gesundheitspolitik abgeleitet.
Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht das Statistische Bundesamt in der Fachserie 12, Reihe 4 sowie in der Datenbank GENESIS-Online. Ergebnisse für Bundesländer und Regierungsbezirke stellen die Statistischen Landesämter bereit.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Todesursachen in Deutschland – Todesursachen 2025 (Meldung vom 9. Oktober 2026)
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 377 vom 15. Oktober 2025 – Todesursachen 2024: Immer mehr Menschen versterben an Demenz
- Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitsmonitoring und Gesundheitsberichterstattung
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Cardiovascular diseases



